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Umweltbundesamt: Fleischkonsum belastet das Klima

Der hohe Fleischkonsum ist klimaschädlich. Eine fleischlose Ernährung trägt somit zum Umwelt- und Klimaschutz bei. Darauf weist jetzt auch das Umweltbundesamt in einer Broschüre hin.

»Die Produktion von einem Kilo Rindfleisch verursacht zwischen sieben und 28 Kilo Treibhausgasemissionen - Obst oder Gemüse dagegen liegen bei weniger als einem Kilo«, so das Umweltbundesamt in einer Pressemeldung. Hinzu komme der Futtermittelanbau für die Fleischproduktion: So wird zum Beispiel für den Anbau von Futter-Soja in Südamerika der Regenwald abgeholzt.

Die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, erklärt: »Unsere Klimaschutzziele werden wir nur erreichen, wenn wir auch über unser Konsumverhalten nachdenken. Das macht auch vor liebgewonnenen Gewohnheiten nicht halt: Die Produktion tierischer Produkte, allen voran Fleisch, belastet die Umwelt in hohem Maße - durch Ressourcen- und Flächenverbrauch, aber auch Nitratbelastung von Böden und Gewässern und hohe Treibhausgasemissionen. Die gute Nachricht: Wer einen Beitrag zum Klimaschutz leisten möchte, hat durch eine bewusste Ernährung gute Möglichkeiten.«

Viele Deutsche haben dies verstanden: Der Fleischkonsum ist in Deutschland in den letzten Jahren gesunken. Gleichzeitig exportiert Deutschland aber immer mehr Fleisch: »Der Export stieg von 0,8 Millionen Tonnen im Jahr 2000 auf rund drei Millionen Tonnen im Jahr 2013«, so das Umweltbundesamt.

Umweltbundesamt: Ernährung der Deutschen belastet das Klima. Pressemeldung, 8.12.2015

Die Auswirkungen unserer Ernährung auf das Klima sind immens. Dies belegen Studien der UN-Welternährungsorganisation FAO, des World Watch Instituts, des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung und des WWF.

- 2006 veröffentlichte die UN-Welternährungsorganisation FAO eine vielbeachtete Studie mit dem Titel »Der lange Schatten der Viehwirtschaft«. Bereits darin wird die Massentierhaltung als wichtigster Faktor der von Menschen verursachten Treibhausemissionen genannt - noch vor dem Verkehr.
FAO-Studie, 2006: Der lange Schatten der Viehwirtschaft / Livestock’s long shadow

- Die berühmte Studie des Worldwatch Institute kam 2009 zu dem Ergebnis: Etwa die Hälfte der menschenverursachten Treibhausgase entsteht bei der Nutztierhaltung und der Verarbeitung von Tierprodukten.
Studie des Worldwatch Institute, 2009: Livestock and Climate Change · www.worldwatch.org/files/pdf/Livestock%20and%20Climate%20Change.pdf

- Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung veröffentlichte 2010 eine Studie, die dazu aufruft, den Verzehr von Fleisch- und Milchprodukten zu verringern, da dadurch der landwirtschaftlich bedingte Ausstoß von Methan und Lachgas um mehr als 80% reduziert werden kann.
Studie des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, 2010: Food consumption, diet shifts and associated non-CO2 greenhouse gases from agricultural production · www.unep.fr/shared/publications/pdf/DTIx1262xPA-riorityProductsAndMaterials_Report.pdf

- Eine Studie der UNO aus dem Jahr 2010 enthält ebenfalls klare Aussagen: Die Landwirtschaft - insbesondere die Viehzucht für Fleisch und Milchprodukte - ist verantwortlich für 20 Prozent der Treibhausgasemissionen, für 60 Prozent der Phosphor- und Stickstoffemissionen und für 30 Prozent der Gift-Emissionen in Europa - insbesondere von Chemikalien. Hinzu kommen 70 Prozent des weltweiten Süßwasserverbrauchs. Eine wesentliche Reduzierung dieser Auswirkungen wäre nur möglich mit einer grundlegenden weltweiten Ernährungsumstellung, weg von tierischen Produkten.

- Die WWF-Studie »Klimawandel auf dem Teller« kam 2012 zu dem Ergebnis: Würden die Deutschen ihren Fleischkonsum auf die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Höchstmenge von 450 Gramm Fleisch pro Woche reduzieren, würden sie davon nicht nur gesundheitlich enorm profitieren, sondern es könnten pro Jahr 27 Millionen Tonnen an klimaschädlichen Gasen eingespart werden. Das entspricht etwa 225 Milliarden Kilometern mit dem Auto.
WWF-Studie 2012: Klimawandel auf dem Teller · www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Klimawandel_auf_dem_Teller.pdf

Mit Messer und Gabel kann jeder Einzelne für den Schutz des Klimas, der Natur und des Regenwaldes aktiv werden!