Freiheit für Tiere
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RespekTiere: Hilfe für die Hunde von Temeswar

Herr Oprea erklärt Tom Putzgruber von RespekTiere

mit Tränen in den Augen, wie dringend die Hilfe für das Hundeasyl erforderlich ist. · Foto: www.resketiere.at

Der Morgen hatte trüb begonnen. Gevatter Frost sandte erstmals seinen Gruß aus dem hohen Norden, wo er verschanzt in der Eiswelt seit Monaten mit angespannter Geduld auf seinen neuerlichen Auftritt gewartet hatte. Gegen Mittags jedoch begann sich die Wolkendecke etwas zu lichten und zaghaft kitzelten sogar ein paar Sonnenstrahlen das Antlitz von Mutter Erde. Wieder waren wir mit dem RespekTiere-Mobil von Salzburg aus unterwegs, diesmal in Richtung Rumänien. An Bord hatten wir rund 1000 Kilogramm Hilfsgüter, davon alleine 700 Kilo Hundenahrung sowie Dutzende Futterschüsseln, Leinen, Halsbänder, Körbe, Decken und vor allem Parasitenbekämpfungsmittel, zur Verfügung gestellt von unseren wunderbaren Partnerorganisationen.

Bis spät in die Nacht hinein hatten wir gestern die Fracht zusammengetragen; und wie viele Menschen dabei halfen, einfach wunderschön! Selbst im letzten Moment noch meldeten sich Tierfreundinnen und Tierfreunde, brachten große Mengen an Hilfsgütern vorbei. Wir möchten an dieser Stelle unseren tiefsten Dank für diese kompromisslose Unterstützung ausdrücken: Es ist so wunderschön, Tieren und Menschen in Not helfen zu können, aber es wäre für uns gänzlich unmöglich, wenn es da nicht die vielen Tierfreundinnen und Tierfreunde gäbe, die aktiv mithelfen! Ein Gedanke, der uns mit tiefer Demut zurücklässt, im Wissen der Verantwortung: Wir sind ihre ausgestreckten Hände, welche den Notleidenden gereicht werden...

»Es ist wunderschön, Tieren und Menschen in Not helfen zu können«

Neben mir im Bus sitzt Christian, mein wohl ältester (an Jahren des gemeinsamen Weges gerechnet) Freund. Zum ersten Mal begleitet er eine unserer so zahlreichen Hilfsfahrten – und dann aber gleich eine solche, welche uns bestimmt an die Grenzen der Belastbarkeit führen würde...

Als wir die ungarische Grenze erreichen, wird es bereits dunkel. Im Eiltempo geht es durch das Magyarenland, und auch die rumänische Grenze passieren wir ohne Probleme. Plötzlich aber fällt dichter Nebel ein, undurchsichtige Schwaden. Darum werden wir heute zum ersten Mal nicht ab Szeged über die Bundesstraßen fahren, sondern den Umweg über die neu errichtete Autobahn wagen. Tatsächlich funktioniert die neue Route gut; doch auch hier behindert das Wetter das Vorankommen. 26 Kilometer vor Temeswar, unserem Ziel, müssen wir auf Nebenstraßen ausweichen. Die Nebelschwaden werden nun zeitweilig so dicht, dass wir nicht schneller als 25 km/h fahren können.
Wie aus dem Nichts tauchen die ersten Straßenhunde auf

Jetzt tauchen auch einzelne Hunde auf, wie aus dem Nichts kommend. Sie suchen wohl die Ränder der Straßen ab, nach weggeworfenen Nahrungsmitteln, die in dieser kargen Welt ihr Überleben bedeuten. Wie unsagbar traurig...

Gegen 1 Uhr morgens erreichen wir dann doch das Haus von Frau Doina, die wir von unserer letzten Hilfsfahrt nach Rumänien kennen. Welche Wiedersehensfreude trotz der späten Stunde!
Wie großartig ist so ein Netzwerk, wo man weiß, man wird mit Freuden aufgenommen, von Menschen, welche tagtäglich Großartiges leisten. So sitzen wir dann noch bei einer gemütlichen Tasse Tee, bis die Anstrengung des Tages letztendlich Tribut fordert. Gegen halb 3 Uhr fallen wir völlig übermüdet in die herrlich weichen Betten!

Die Hilfsfahrt

österreichischen Tierrechtsorganisation RespekTiere hat diesmal das Hundeasyl von Herrn und Frau Oprea in Rumänien zum Ziel. Die beiden über 80-Jährigen geben Straßenhunde ein Zuhause, über die Grenzen der Belastbarkeit: In jedem Zimmer der beiden leben über 30 Hunde, weitere streunen auf dem Gelände umher und verstecken sich im Gebüsch und Mauerlöchern... · Foto: www.resketiere.at

Über 1.000 Kilo Hilfsgüter

bringt das RespekTiere-Team mit. · Fotos: www.resketiere.at

Aufbruch zum Hunde-Asyl

Früh am nächsten Morgen finden wir uns in der Küche von Frau Doinas so gastlichem Haushalt wieder. Nach ausgiebiger Mahlzeit brechen wir auf; es geht los zu Frau Opreas Asyl.

Bitte an Gott für die Zukunft der Hunde

Hier ist es schwer, die Grenzen zu bestimmen zwischen Herberge und Hoffnungslosigkeit. Frau Oprea selbst erwartet uns bereits sehnlichst. Drei ihrer Mitarbeiter sind ebenfalls vor Ort, welche mit ihr die wohl letzte Stütze im Leben gefunden haben. Auch ihr Mann ist zugegen, er selbst genau wie sie schon über 80 Jahre alt, von schweren gesundheitlichen Problemen geplagt. So kann er kaum aufstehen, sitzt die ganze Zeit über auf seinem Sessel, mit Mühe ringt er sich Worte des Dankes ab: Dank für unser Dasein, in der Stunde der größten Not. Mit Tränen in den Augen versucht er zu erklären, wie dringend jedes Händereichen erforderlich ist, er und seine Frau, sie schaffen die unfassbare Aufgabe nicht länger. Mit 30 Hunden schlafen die beiden in einem kleinen Zimmer, alles teilend. Die von ihnen bezahlten helfenden Männer würden – und das kommt erschwerend zu den gesundheitlichen Problemen des Ehepaares hinzu, in soziale Probleme verstrickt sein, erzählt er schweren Herzens, und es gebe keinen Tag, an dem er nicht Gott bitte für eine Zukunft – nicht für ihn oder seine Frau, sondern für die Hunde...

Jeder Winkel im Haus des Ehepaars Oprea

ist voller Hunde. Nimmt man in Rumänien Straßentiere nicht auf, bedeutet das oft ihren sicheren Tod. Die Hilfslieferung aus Österreich wird von den Hunden inspiziert und mit Begeisterung aufgenommen. · Foto: www.resketiere.at

Durch Parasitenbefall haben viele Hunde

kaum mehr ein Haar am Körper. · Foto: www.resketiere.at

Wir haben 1.000 Kilo Hilfsgüter dabei: Futter, Parasitenbekämpfungsmittel, Decken...

Und die Hunde umlagern uns sofort in Scharen. Allein am Zufahrtsweg, über Stock und Stein, ausgewaschene Furten, über beinahe unwegsames Gelände hinweg, tauchen sie zu Dutzenden auf – und diese sind nicht einmal jene, welche in der Ummauerung des Oprea-Geländes ein Zuhause haben... Es sind jene aus der Umgebung, die hier nach einigen Bissen Essen suchen, ausgehungert, von der Gesellschaft verlassen, ausgestoßen.

Wir beginnen die 1.000 Kilo Hilfsgüter zu entladen: Gut 700 Kilo Futter haben wir gebracht, dazu an die hundert Essensnäpfe, Parasitenbekämpfungsmittel, Leinen, Brustgeschirre, Decken, Hundekörbe – die allesamt alsbald regelrecht von den Hunden belagert, beliebäugelt und schließlich von den Selbstsichereren auch sofort besetzt werden!

Ein unfassbares Elend breitet sich vor unseren Augen aus

Ein unfassbares Elend breitet sich vor unseren Augen aus: Allesamt leiden die Hunde an ärgstem Parasitenbefall, manche mit kaum mehr einem Haar am Körper. Einige haben sich aufgekratzt, sodass bereits blutige Wunden ihre Körper zeichnen. Andere humpeln, pergamentene Haut spannt sich nahezu bis zum Zerreißen über abstehende Knochen. Unfassbar: Frau Oprea beginnt die Hunde zu füttern, und es gibt kaum ein Gerangel dabei, obwohl Dutzende ausgezehrte Körper an jedem Fütterungsplatz nach Nahrung gieren...

Arme Menschen geben Straßenhunden eine Heimat - und zahlen alles aus eigener Tasche

Was uns ganz besonders am Herzen liegt: Dem alten Ehepaar die Schuld an der Misere zuzuschieben wäre ein Leichtes, jedoch entbehren solche Gedanken jeglicher Realität, wären zutiefst unmenschlich und unfair. Ganz sicher haben diese Menschen ihre eigene Zukunft geopfert, weil sie das allgegenwärtige Leid nicht mehr mitansehen konnten. Sie haben armen Tieren eine Heimat gegeben, und wo Hilfe geboten wird, da wird diese oft überstrapaziert. Es ist einfach, aus mitteleuropäischer Sicht und Denkweise zu agieren, aber hier sind die Gesetze nun einmal anders: Nimmt man einen Hund nicht auf, so kann man ihn mit großer Wahrscheinlichkeit bald tot neben der Straße finden. Herr und Frau Oprea hätten ein gänzlich anderes Leben haben können, sie entschieden jedoch, für die Hunde da zu sein. Sie bezahlen sämtliche Ausgaben aus eigener Tasche, und natürlich führt ein solcher Idealismus ganz schnell in die Ausweglosigkeit.

Hilfseinsatz zusammen mit der Tierklinik in Temeswar

Morgen werden wir einen großen Einsatz starten, zusammen mit der einheimischen Ärztin Dr. Noemi Kiss von Network for Animal Protection NetAP, jener Organisation aus der Schweiz, welche durch ihre Gründerin, Frau Esther Geiser, direkt in Temeswar eine Kastrationsklinik aufgebaut hat. Seit 2012 ist das Network for Animal Protection in Rumänien tätig und führt Kastrationseinsätze und umfassende Kastrationsprogramme durch.

Großartige Unterstützerinnen und Unterstützer haben neueste Medikamente bezahlt, die Tablette um gut 25 Euro, welche aber mit einer einzigen Dosis für Monate hinweg die Räudemilben in den Griff bekommen werden! Soooooo schön, auch hierfür unser ganz großer Dank!

Nirgends kann die Hilfe im Moment dringender sein als an diesem Ort, jetzt, wo zudem der erste Kälteeinbruch Spuren hinterlässt, wo Gevatter Frost vor der Tür steht! Stellen Sie sich vor, all die haarlosen Hunde, der Unwirtlichkeit des rumänischen Winters hilflos ausgeliefert...

Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg zurück in die Stadt. Wir möchten gerne noch die NetAP-Klinik in Temeswar besuchen, wo uns Dr. Noemi Kiss bereits erwartet. Die hochambitionierte junge Veterinärin leitet die Tierklinik bravourös als »Ein-Frau-Betrieb«, kümmert sich vom Einfangen der Straßentiere über Operationen bis hin zur Reinigung der Räume sowie der Unterbringungsorte der tierlichen Patienten - einfach um alles! Nicht ohne Stolz verrät sie uns: Sie macht 4.000 derartige Eingriffe im Jahr, mindestens 10 davon jeden einzelnen Tag!

Die Erfahrungen in mehreren Ländern zeigen,

dass mit Tötungsaktionen das Problem der sich unkontrolliert vermehrenden Hunde nicht in den Griff zu bekommen ist. Einzig das Kastrieren der Streuner zeigt Erfolge.

Tötungsgesetz für Straßenhunde in Rumänien

Bereits vor 2013 wurden in Rumänien viele Hunde getötet. Dies war zwar per Gesetz nur in Ausnahmefällen erlaubt, diese Ausnahmen (Krankheit und Aggressivität) wurden jedoch mehr als großzügig ausgelegt. Die Regierung wollte bereits 2011 die Legalisierung der Tötungen aller Straßenhunde wieder ins
Gesetz aufnehmen, scheiterte aber 2012 vor dem rumänischen Verfassungsgericht.

Nachdem im September 2013 ein Kind unter tragischen Umständen zu Tode kam und dies Medienberichten zufolge durch den Angriff mehrerer Straßenhunde in Bukarest verursacht wurde, hat der rumänische Präsident innerhalb weniger Tage ein neues Gesetz zur Tötung von Straßen- und Tierheimhunden
eingebracht. Trotz weltweiter Proteste hat dennoch sowohl das rumänische Parlament als auch das Verfassungsgericht dem neuen Tötungsgesetz zugestimmt.
Quelle: Network for Animal Protection NetAP · www.netap.ch

Warum Kastrations-Projekte?

Die Erfahrungen in mehreren Ländern zeigen, dass mit Tötungsaktionen das Problem der sich unkontrolliert vermehrenden Hunde nicht in den Griff zu bekommen ist. Einzig das Kastrieren der Streuner zeigt Erfolge. Und nur so kann das Leid der Tiere eingedämmt werden und das grausame, unmenschliche und sinnlose Abschlachten ein Ende finden.

Tierklinik des Network for Animal Protection: Kostenlose Kastration von Straßenhunden

Einige Frischoperierte schlafen noch in ihren Boxen, andere sind bereits aufgewacht, wieder andere warten auf die Freilassung in ihre gewohnte Umgebung. Jeder kann seinen Hund
vorbeibringen, die Station ist offen vor allem für jene, welche selbst fast nichts haben. So werden dann nur wenige Euro für die OP verrechnet, manchmal ist sie völlig kostenlos; für das Bringen von Straßentieren sowieso – einfach nur wunderbar, dass es solche Orte gibt!

Es ist bereits stockdunkel, als wir Frau Doinas Haus erreichen. Schnell landet frisches Gemüse im Kochtopf und dann genießen wir eine köstliche Mahlzeit. Später gilt es noch, über unsere Hilfsfahrt in einem Newsletter und auf unserer Facebook-Seite zu berichten. So sollte es letztlich wieder eine recht kurze Nacht werden.

Um 6.45 Uhr stehen wir schon wieder auf. Eine Tasse duftenden Kaffee, ein herrliches Frühstück, und dann geht es los! Die Tierärztin wartet schon auf uns, mit ihr sind ein Freund, Bulzan Andrei, sowie Diana Bucsa, Krankenschwester im städtischen Spital, als unentbehrliche Helfer mitgekommen.

Das RespekTiere-Team

verabreicht gemeinsam mit der Tierärztin Dr. Noemi Kiss und ihrem Team Medikamente gegen die Räudemilben.

Im Hundeasyl: Medikamente gegen die Räudemilben

Vor dem Asyl werden später die benötigen Dinge ausgelegt. Wir zerschneiden Köstlichkeiten für Hunde, nehmen Medikamente gegen die Räudemilben aus der Verpackung und stecken sie in die Delikatessen hinein. Überschuhe aus Plastik schützen vor Keimen, dann beginnt die Arbeit. Einzelne Gruppen von Hunden werden ausgesondert und jeweils extra gefüttert. Dann kommen die ‚schwierigeren‘ Fälle, besonders jene Hunde, welche sich auf dem Gelände im Gestrüpp verstecken. Jeder Patient muss nach getaner Arbeit noch markiert werden, Spraydosen in grün und rot sind zu diesem Zweck vorbereitet.

Auch im Haus selbst, wo Herr und Frau Oprea wohnen, gibt es viele Hunde, in jedem der Zimmer der beiden um die 30! Unfassbar, unter welchen Bedingungen Menschen leben müssen. Herrn Opreas Bleibe, nur wenige Quadratmeter groß, hat ein Bett und einen Ofen, dazu einige überfüllte Regale. Teller und Töpfe stehen herum, und dazwischen liegen Hunde – überall, unter jedem der Möbelstücke, auf diesen, neben und manche sogar in den Regalfächern...

Wir arbeiten schnell und hoffentlich effizient; ganz sicher erwischen wir nicht alle Tiere, aber wie denn auch? Es gibt Tausende Versteckmöglichkeiten. Letztendlich - so denke ich - wird die Zahl jener, die das Medikament tatsächlich schlucken, annähernd vollständig sein!

Bloß einige Hunde im hinteren Bereich der ummauerten, ein Hektar großen Anlage sind so scheu, dass wir nicht sicherstellen können, ob die meisten die so wichtige Pille auch
wirklich verschlucken. Allerdings, und das ist das Positive, sind die Hunde hier ein bisschen abgesondert von den anderen und sehen nicht zuletzt vielleicht deswegen besser aus; zumindest tragen die meisten davon noch ihr Fell...

Schließlich entdecken wir unter dem Haus einige weitere Hohlräume, nur etwa einen Meter hoch. Das Gebäude war einst auf einem Sumpf errichtet worden, die Familie Oprea hatte 40 Tonnen Erde und Geröll zur Befestigung hierher bringen lassen; so dienen die Unterschlüpfe offensichtlich zur Abhaltung des Grundwassers, welches ansonsten überall eindringen würde.
Genau hier leben, vegetieren die schlimmsten Fälle… Haut und Knochen, fast ohne jegliches Fell, manche mit Wunden, hinkend, verletzt. So schlimm! Wir schaffen es aber, die Medikamente geschlossen zu verabreichen – wenigstens ein kleiner Hoffnungsschimmer erhellt unsere mehr und mehr angespannten Minen...

Es ist wunderbar, wie das Team, obwohl heute erst zusammengetroffen, als Mann- und Frauschaft arbeitet; alles läuft rund, schnell, professionell, einfach cool! :)

Chris erledigt seine Arbeit - er ist wie gesagt zum ersten Mal dabei - mit großer Bravour. Er ist die Ruhe selbst, mit sicherem Auge erkennt er, wo seine Hilfe gebraucht wird, ist hier und dort und immer mittendrin.

Nach einigen Stunden Einsatz machen sich der Stress und die permanent geforderte Aufmerksamkeit bemerkbar. Die gewisse Erleichterung ob der getanen Arbeit lässt uns langsam aber doch durchatmen! Im Bewusstsein, die alten Menschen nur ja nicht überfordern zu dürfen - was schlimme Folgen haben könnte, denn Osteuropa-Erfahrene wissen: schon kleine Fehler können Türen für immer verschließen - packen wir nun langsam zusammen. Frau Oprea bringt Dr. Kiss noch einen Welpen, der Arme ist in besorgniserregendem Zustand: Er st schrecklich dünn, fast ohne Fell und hat eine Körpertemperatur von nur noch 33 Grad. Die Ärztin zögert nicht, packt den Patienten warm ein und nimmt ihn letztendlich mit in ihre Klinik – ob er überleben kann, wir wissen es nicht. (Leider erlag der Kleine nach nur zwei Tagen seinen Krankheiten, ohne richtig gelebt zu haben...).

Zudem wird sie am nächsten Tag noch einen weiteren Welpen bergen - beten Sie mit uns, dass diesem nun ein Weg in eine bessere Zukunft geebnet ist!

Für diesen Welpen kam die Hilfe leider zu spät.

Er wurde abgemagert und mit einer Körpertemperatur von nur mehr 33 Grad in die Tierklinik gebracht. Dort starb er nach zwei Tagen. · Foto: www.resketiere.at

Wir versprechen, bald wiederzukommen

Es ist jetzt bereits Nachmittag. Chris und ich haben einen weiten Weg zurück nach Hause und so verabschieden wir uns alle voneinander. Herr Oprea ist den Tränen nahe, bezeichnet uns nun gar als seine Brüder. Wir versprechen hoch und heilig, bald wieder zu kommen. Natürlich dann erneut voll gepackt mit lebensrettenden Utensilien. Schnell hinterlassen wir noch ein bisschen Geld, für was immer es gebraucht werden wird, dann - selbst übermannt von den Gefühlen - finden wir uns im Transporter wieder.

Vor dem Nachhauseweg dürfen wir noch bei Frau Doina duschen, sie bereitet währenddessen ein köstliches Abschiedsmahl. Die Umarmung wird dann eine lange sein, so eine tolle Frau sollte gar nicht mehr losgelassen werden...

Dann hat uns die Straße wieder. 1000 Kilometer liegen zwischen hier und der Heimat, 1000 Kilometer, welche viel Zeit zum Überdenken der Situation bieten. In solchen Augenblicken ist es wirklich ein Geschenk, mit jemandem eine Unterhaltung führen zu können, der ebenfalls all diese Dinge gesehen hat!

Nach einigen Stunden begleitet der Vollmond unseren Weg. Er erleuchtet den Pfad in eine andere Welt, die - obwohl es auch dort zunehmend zu elementaren Problemen kommt - immer noch eine Insel der Seligen ist. Wie viele können von solch einer Option - einer Heimfahrt in die Geborgenheit - nur träumen, gefangen in einem immerwährenden Albtraum, aus welchem es kein Entrinnen zu geben scheint?

»Es gibt noch viel zu tun - gemeinsam können wir der Hoffnung Türen öffnen!«

Fazit: eine Hilfsfahrt liegt hinter uns, welche erneut und dieses Mal so richtig an die Grenzen der Belastbarkeit geführt hat. Aber auch eine, die wieder einmal gezeigt hat, wie unfassbar wichtig unsere Arbeit ist! Wie wäre es den Hunden wohl ohne unser Eingreifen ergangen? Woher wäre Hilfe gekommen?

Und: wie viele Plätze wie diese gibt es wohl, Plätze, die niemandes Ohr erreichen? Wo das Verwelken lautlos passiert, wo keine helfende Hand gereicht wird?

Es ist dennoch völlig unnütz, solch traurige Gedanken auch nur eine Sekunde länger zu verfolgen. Sie halten uns ab von der Bestimmung, rauben Kraft und Elan, dann, wenn diese am dringendsten gebraucht werden. Konzentrieren wir uns auf jene Orte, wo wir helfen können - und tun wir dies mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln. Dann, und nur dann, werden wir eines Tages unsere Augen schließen können in der Überzeugung, das Richtige getan zu haben. Und nur darum geht es!

Es gibt noch so viel zu tun - und nur gemeinsam können wir es schaffen, der Hoffnung die Türen zu öffnen!

Informationen:

Verein RespekTiere
Gitzenweg 3 · A-5101 Bergheim
e-mail: info@respektiere.at
www.respektiere.at